Evaluation

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Evaluation – was bedeutet das?

Unter einer Evaluation wird in der Regel die systematische Analyse und empirische Untersuchung von Prozessen, Maßnahmen oder Programmen zum Zwecke ihrer Bewertung und Modifikation verstanden.[1] Gegenstände einer Evaluation können z.B. Produkte, Reformen, Gesetzte, Maßnahmen, Projekte, Programme oder gar Evaluationen selbst sein. Ziel einer Evaluation ist es, die Qualität des untersuchten Gegenstandes sicherzustellen und weiterzuentwickeln. Dieses Ziel wird durch die Gewinnung von Erkenntnissen, der Schaffung von Transparenz und der Dokumentation des Erfolgs erreicht.

Merkmale

Zu den Merkmalen wissenschaftlicher Evaluationen werden gezählt:

  • ziel- und zweckorientiert
  • Methoden entsprechen den Kriterien wissenschaftlicher Forschung
  • dienen als Planungs- und Entscheidungshilfe[2]

Formen

Nach dem Zeitpunkt, an dem eine Evaluation ansetzt, kann zwischen einer formativen und einer summativen Evaluation unterschieden werden:

  • Formative Evaluationen werden prozessbegleitend zu einer Maßnahme durchgeführt. Diese wird in regelmäßigen Abständen evaluiert, um somit Zwischenergebnisse zu erhalten und die Maßnahme fortdauernd zu reflektieren und zu optimieren.
  • Summative Evaluationen dagegen werden am Ende einer Evaluation durchgeführt. Dadurch findet eine zusammenfassende Bewertung am Ende eines Prozesses statt.[3]

Lehrveranstaltungsevaluationen

Evaluationen sind ein wesentliches Element der Qualitätsentwicklung in Studium und Lehre und geben Rückmeldung zur Bewertung der Qualität des Lehrangebots. Mit der Evaluation einer Lehrveranstaltung wird aufgezeigt, was gelungen ist und wo noch Schwachstellen liegen: Was ist gut an der Veranstaltung? Was kann verbessert werden? Dies ermöglicht die Reflektion des eigenen Lehrverhaltens und zeigt Erwartungen an die Lehre auf, die die Studierenden haben. Mithilfe der Erkenntnisse über die Wirkung der Lehrveranstaltung kann diese zielgerichtet angepasst und optimiert werden. In der Regel kommen in einer Evaluation mehrere Funktionen zum Tragen:

  • Evaluationen legen Erkenntnisse offen und ermöglichen dadurch den Dialog zwischen Lehrenden und Studierenden (Dialogfunktion).
  • Evaluationen dokumentieren Wirkungen und begründen den Sinn und Nutzen eines Programmes/einer Veranstaltung (Legitimationsfunktion).
  • Evaluationen zeigen Stärken und Schwächen der Lehrveranstaltung auf (Erkenntnissfunktion).
  • Evaluationen können Anregungen für die Entwicklung der Lehrveranstaltung liefern und damit als Vergleichsgrundlage für die Planung ähnlicher Veranstaltungen sein (Optimierungsfunktion).[4]

Literatur

  1. Rindermann, H. (2009). Lehrevaluation – Einführung und Überblick zu Forschung und Praxis der Lehrveranstaltungsevaluation an Hochschulen. Mit einem Beitrag zur Evaluation computerbasierten Unterrichts. 2. Auflage. Landau: Verlag Empirische Pädagogik.
  2. Bortz, J., & Döring, N. (1995). Forschungsmethoden und Evaluation. Berlin: Springer Verlag, S. 95-105.
  3. Bortz, J., & Döring, N. (1995). Forschungsmethoden und Evaluation. Berlin: Springer Verlag, S. 95-105.
  4. Tergan, S. - O. (2000). Grundlagen der Evaluation: Ein Überblick. (P. Schenkl, Tergan, S.-O., A. Lottmann, Ed.). Qualitätsbeurteilung multimedialer Lern- und Informationssysteme. Evaluationsmethoden auf dem Prüfstand. S. 22-49.
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